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Leiharbeit abschaffen!!!! |
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Sonntag, 20. September 2009 |

Die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU)
kritisiert "modernen Menschenhandel" und fordert die Abschaffung
der Leiharbeit.
In über 30 Städten finden ab Freitag, den 18. September bis Freitag, den 25.
September im Rahmen einer bundesweiten Kampagne gegen Leiharbeitsverhältnisse
verschiedene Protestaktionen statt....
Initiiert
wurde die Kampagne von Einzelgewerkschaften des Dachverbands FAU. Der
anarchosyndikalistische Gewerkschaftsverband war zuletzt durch seine Kampagne
für Tarifverhandlungen im "alternativen" Kino Babylon aufgefallen und
ist manchen LeserInnen noch durch die "Strike Bike" Aktion bekannt.
Hintergrund der auch von vielen anderen Organisationen getragenen Kampagne
"Leiharbeit abschaffen" ist unter anderem ein Urteil des Berliner Arbeitsgerichts
aus dem Frühjahr des Jahres 2009. Das Berliner Amtsgericht hat der
Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften (CGZP) die Tariffähigkeit
abgesprochen, weil diese keine personelle Basis habe und nicht im Sinne der
LeiharbeiterInnen verhandele.
"Damit ist einer der Dumping-Lohn Tarifverträge vom Tisch, mit dem die
Gleichbehandlung von LeiharbeiterInnen mit den Beschäftigten in den
Entleihbetrieben umgangen werden konnte. Unseres Erachtens gibt es für die
Gewerkschaften des DGB jetzt keinen Anlass mehr, mit den Dachverbänden der
Leiharbeit über Tarifverträge zu verhandeln." betont Torsten Bewernitz,
Organisationssekretär der FAU.
Dass es die Tarifverträge in der Leiharbeitsbranche überhaupt gibt, liegt nach
Auffassung der Organisatoren der Kampagne daran, dass die Leiharbeitsbranche
diese benötigt, um den europäischen Gleichbehandlungsgrundsatz ("eqal pay
& equal treatment") zu unterwandern.
"Die Tarifverträge wurden auch deshalb notwendig, weil Kundenbetriebe
infolge des Gleichbehandlungsgrundsatzes auf den Einsatz von
ZeitarbeitnehmerInnen. verzichtet hätten. Die Dienstleistung Zeitarbeit wäre zu
teuer geworden [...]" betont etwa der Dachverband BZA (Bundesverband
Zeitarbeit).
"Das Phänomen Leiharbeit ist eskaliert. In den letzten fünf Jahren ist die
Zahl der LeihabeiterInnen von 300.000 auf 800.000 gestiegen. Jeder achte von
ihnen erhält zusätzlich Zahlungen nach Hartz IV" erläutert Bewernitz.
Auch die Agenturen für Arbeit sind in der Kritik der FAU: Sie würden, so die
Organisatoren, durch den Zwang jede miserabel bezahlte Arbeit anzunehmen,
"Dumping-Löhne" ermöglichen und unterstützen.
Die Kampagne fordert daher die Nachzahlung der Löhne für LeiharbeiterInnen nach
dem EU-Grundsatz des "equal pay & equal treatment", die Übernahme
der LeiharbeiterInnen in Festbeschäftigungsverhältnisse in den Entleihfirmen
und damit konsequent die Abschaffung der Leiharbeit.
Die Kampagne beginnt mit einer Aktionswoche bis zum 25. September. Nähere
Informationen finden sich auf der Homepage www.leiharbeit-abschaffen.de. "Das
ist aber erst der Anfang", so Bewernitz, "eine europäische Ausweitung
der Kampagne ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen".
http://www.leiharbeit-abschaffen.de/index.php
Kontakt für weitere Informationen:
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oder direkt bei den lokalen Gewerkschaftsgruppen
der FAU und den anderen beteiligten
Organisationen.
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